Zahnvorsorge



✎ Wie oft sollte man zum Zahnarzt gehen?

Zugegeben: Es gibt sicher angenehmere Pläne als den Besuch beim Zahnarzt. Eigentlich müsste man ja mal wieder … aber die Zeit ist gerade einfach so knapp. Dann und wann wird ein Termin versehentlich vergessen – oder gar nicht erst vereinbart. Die Kinder sind krank – so ein Pech, das wird dann wohl wieder nichts. Viele Menschen sind um keine Ausrede verlegen, um dem Besuch beim Zahnarzt zu entgehen – dabei verdrängen sie allerdings die Tatsache, dass sie ihrer Zahngesundheit keinen Gefallen damit tun.

Um zusätzliche Anreize zu schaffen, brachten die gesetzlichen Krankenversicherer das allseits bekannte und mal mehr, mal weniger beliebte Bonusheft ins Spiel. Und tatsächlich, die Aussicht auf eine höhere finanzielle Unterstützung bei kostspieligen Zahnbehandlungen sorgt dafür, dass die meisten Menschen zumindest einmal im Jahr zum Zahnarzt gehen. Und das ist gut so, denn nur so kann der Dentist Zahnbeläge und Bakterien beseitigen, ehe es zu dauerhaften Schäden durch Karies oder Parodontitis kommen kann.

Unsere Empfehlung allerdings lautet: Vereinbaren Sie alle sechs Monate einen Termin in der Zahnarztpraxis Ihres Vertrauens. Liegt sogar ein erhöhtes Karies- und Parodontitis-Risiko bei Ihnen vor, sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt über häufigere Besuche – z. B. alle drei Monate – sprechen.

✎ Sollten Kinder häufiger hingehen?

Im Prinzip gilt für Kinder derselbe Rat wie für die Erwachsenen: Stellen Sie Ihre Kinder halbjährlich in Ihrer Zahnarztpraxis vor – bei z. B. krankheitsbedingt erhöhten Karies- und Parodontitis-Risiken sollten Sie auch hier häufigere Termine vereinbaren.

Bitte achten Sie unbedingt auf die Einhaltung dieser Termine; insbesondere dann, wenn Sie selbst unter starker Zahnarztphobie leiden und dem eigentlich dringend notwendigen Zahnarztbesuchen doch lieber aus dem Weg gehen. Schützen Sie Ihren Nachwuchs vor dem mulmigen Gefühl im Bauch und der Panik, die sie vielleicht selbst so gut kennen. Jetzt legen Sie die Weichen dafür, dass Ihre Kinder jetzt und in Zukunft keine übergroße Angst vor dem Zahnarztbesuch entwickeln …

a) weil sie regelmäßig zur Prophylaxe kommen und unangenehmere Behandlungen somit weitestgehend vermeiden.
b) weil der Besuch beim Zahnarzt so vielmehr mit Neugier und freundlichen Menschen statt mit Spritzen und besorgten Stirnfalten verknüpft ist.

Bringen Sie Ihre Kinder mit zu Ihren eigenen Zahnarztbesuchen, sofern Sie nicht gerade extrem unter der Dentalphobie leiden. Steht wirklich nur ein Kontrolltermin an, so vereinbaren Sie vielleicht einen Termin für die ganze Familie – auf diese Weise wird sogar ein lustiger Nachmittagsausflug daraus. Und Ihr Kind wäre sicher nicht das erste Kind, das sich regelrecht auf den nächsten Termin beim Zahnarzt freut!

✎ Was kann ich Zuhause für meine Zähne tun?

Wer sich im Supermarkt und in der Drogerie ganz genau umschaut, der sieht sich schnell einer unglaublichen Flut von sinnvollen und durchaus auch sinnlosen Produkten der Zahnpflege und -verschönerung ausgeliefert: Zahnbürsten, Zahnpasten, Zahnseide mit und ohne Wachs, Mundspülungen, Zungenspachtel, Bleaching-Mittel … die Hersteller übertreffen sich immer wieder aufs Neue, wenn es um neuartige Ideen und Variationen der Zahnpflege-Linie geht.

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Doch ganz so kompliziert muss die Zahn- und Mundhygiene eigentlich gar nicht sein:

➡ So genügt zum Beispiel schon die ganz schlichte Zahnbürste mit glatten Borsten. Es müssen keine schiefen Borsten sein, die in der TV-Werbung so herrlich synchron umhertanzen. Ihren Zähnen ist auch relativ gleichgültig, ob die Borsten unterschiedliche Farben aufweisen oder einfach nur weiß sind.

➡ Was die Zahnpasta betrifft, so sollten Sie vor allen Dingen auf den optimalen Fluoridgehalt achten – Ihr Zahnarzt wird Ihnen gerne eine persönliche Empfehlung aussprechen. Bitte beachten Sie, dass Kinderzahnpasten einen geringeren Fluoridgehalt aufweisen als die der Eltern – für Milchzähne genügen 500 mg/kg Fluorid. Somit ist es wirklich wichtig, den Kindern ihre eigene Zahnpasta zu gönnen, um unerwünschte Nebenwirkungen dieses Minerals zu vermeiden. Schauen Sie bei den Inhaltsstoffen gerne auch etwas genauer hin: PEG/PEG-Derivate z. B. machen die Schleimhaut durchlässiger für Fremdstoffe; Natriumlaurylsulfat kann zu unangenehmen Reizungen der Schleimhäute führen.

➡ Zahnseide eignet sich natürlich hervorragend, um Ablagerungen und Speiseresten in den Zahnzwischenräumen zu Leibe zu rücken. Ob Sie die Variante mit oder ohne Wachs bevorzugen, liegt an Ihnen: Gewachste Zahnseide ist glatter und lässt sich einfacher durch die Zwischenräume schieben. Die ungewachste Zahnseide hingegen fächert sich zwischen den Zähnen etwas auf, was für einen verbesserten Reinigungseffekt sorgt.

➡ Mundspülungen genießen einen sehr guten Ruf, tatsächlich bewähren sie sich allenfalls als Ergänzung. Die gründliche Reinigung mit Zahnseide ist im Vergleich zur Mundspülung wesentlich effektiver.

➡ Auch der Zungenspachtel muss nicht unbedingt in jeden Badezimmerschrank einziehen, sofern Sie nicht unbedingt extrem starker Raucher mit einem deutlich sichtbaren, gelblichen Belag auf der Zunge sind. Im Regelfall genügt es, nach dem Zähneputzen mit der Zahnbürste auch einfach mal über die Zunge zu gehen.

➡ Das Home-Bleaching wird immer beliebter, um schnell und günstig zu strahlend weißen Zähnen zu kommen. Dazu sollten Sie sich aber bewusst machen, dass nicht immer alle Inhaltsstoffe wirklich gut für Ihre Zahngesundheit sind und Sie mit dem falschen Mittelchen mehr zerstören als ästhetisch aufwerten. Wenn es um ein effektvolles und dennoch schonendes Bleichungsverfahren gehen soll, empfiehlt sich immer erst der Weg in die Zahnarztpraxis – schon allein, weil der Zahnarzt dem Bleaching zunächst eine professionelle Zahnreinigung (PZR) vorausgehen lässt, um die aufzuhellenden Zähne wirklich optimal auf die nachfolgende Prozedur vorzubereiten.

✎ Sollte ich mit meinem Kind besser einen Zahnarzt besuchen, der speziell für Kinder ist?

Ja und nein. Im Prinzip ist es durchaus sinnvoll, einen Zahnarzt aufzusuchen, der es versteht, auf die Bedürfnisse der kleinsten Patienten einzugehen, sensibel auf möglicherweise bereits bestehende Ängste einzuwirken und den Kids ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Leider lässt sich die Tatsache nicht verleugnen, dass viele Fälle extremer Zahnarztangst auf negative Erfahrungen in der Vergangenheit – und somit eben auch in der Kindheit – beruhen.

Doch woran erkennen Sie einen speziell für Kinder geeigneten Zahnarzt? Einfühlsame Blogtexte auf der praxiseigenen Internetseite und der Stempel „Kinderzahnarzt“ sind noch lange keine Garantie für eine optimale, kindgerechte Behandlung. Auch unter den Kinderzahnärzten finden sich „Spezialisten“, die mehr mit den Eltern als mit dem Patienten selbst reden und nicht im Geringsten auf das Kind eingehen. Auf der anderen Seite kann Ihr Hauszahnarzt, der sich selbst nicht unbedingt auch als Kinderzahnarzt tituliert, der perfekte Ansprechpartner für Ihr Kind sein – schlicht und ergreifend, weil er entsprechend auf Ihren Nachwuchs eingeht und diesen in den Behandlungsverlauf einbezieht.

Im Prinzip ist es also ganz simpel: Lassen Sie Ihr Bauchgefühl entscheiden. Vertrauen Sie Ihrem Zahnarzt? Dürfen Sie Ihr Kind zu Ihren eigenen Behandlungsterminen mitbringen? Geht er auf Ihren Nachwuchs ein, gewinnt er sein Vertrauen? Dann gibt es keinen Grund, nach einem auf Kinder spezialisierten Zahnarzt zu suchen. Sollten Sie sich dennoch auf die Suche begeben wollen, so achten Sie darauf, dass Sie möglichst noch vor der Behandlung über den bevorstehenden Termin informiert werden. Lassen Sie sich Tipps geben, wie Sie Ihr Kind am besten darauf vorbereiten und wie Sie sich selbst während der Behandlung verhalten sollten. Achten Sie während der Behandlung genau auf den Umgangston des Arztes und auf die Reaktionen Ihres Kindes … so werden Sie bei der Zahnarztwahl die richtige Entscheidung treffen!

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✎ Wie arbeite ich richtig mit der Zahnseide? Und welche Zahnseide sollte ich verwenden?

Wie oben bereits erwähnt, obliegt es ganz Ihrem eigenen Ermessen, ob Sie sich für die gewachste oder ungewachste Zahnseide entscheiden. Beide weisen Vor- und Nachteile auf. Sollten Sie sich aber als Neuling an die Zahnseide heranwagen, empfiehlt sich zunächst die gewachste Variante, da sie nicht allzu schnell ausfranst und geschmeidiger durch die Zahnzwischenräume gleitet. Auch Zahnseidenhalter eignen sich sehr gut für Neulinge – allerdings sind sie im Vergleich zu einfacher Zahnseide recht kostspielig. Die gespannte Seite kann sich außerdem nicht optimal an die Zahnwand anpassen, die Reinigung ist somit nicht hundertprozentig gründlich.

Ebenso ist es allein Ihre Entscheidung, ob Sie Ihre Zahnseide lieber vor oder nach dem alltäglichen Zähneputzen benutzen möchten. Wichtig ist, dass Sie die Zahnseide mindestens einmal täglich verwenden – am besten vor dem Zubettgehen.

Um die Zahnseide nun auch wirklich richtig zu benutzen, sollten Sie geschätzte 50 cm der Zahnseide um Ihren Mittelfinger wickeln und den Faden anschließend mit Daumen und Zeigefinger festhalten. Durch Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen schieben Sie den Faden in die Zahnzwischenräume ein; Aufwärts- und Abwärtsbewegungen sorgen dann für die gründliche Entfernung von Belägen und Co. Jeder Zahnzwischenraum verdient ein neues Stück der 50 cm langen Zahnseide.

Einmal benutzte Zahnseide – oder einmal verwendete Zahnseidenhalter – sollte gleich nach Verwendung entsorgt und nicht für einen zweiten Reinigungsvorgang herangezogen werden.

✎ Welche Zahnbürste passt am besten zu mir?

Lange Borsten, kurze Borsten. Schräge Borsten, gerade Borsten. Elektrische Variante, manuelle Variante. Die Auswahl ist groß – und welche Zahnbürste am besten zu Ihnen passt, entscheidet allein Ihre persönliche Vorliebe. Viel wichtiger ist die richtige Handhabung, z. B.

➡ dass Sie Ihre Zahnbürste niemals teilen, nicht mal innerhalb der eigenen Familie.

➡ dass Sie die Zahnbürste nach jeder Benutzung gründlich mit Wasser ausspülen und mit dem Borstenkopf nach oben zum Trocknen hinstellen.

➡ dass Sie elektrische wie auch manuelle Zahnbürsten immer nur in luftdurchlässigen Behältern transportieren.

➡ dass Sie auf Naturborsten generell verzichten.

➡ dass Sie die Wirkung der Zahnreinigung durch weitere Zahnpflegemittel unterstützen (Zahnseide etc.)

➡ dass Sie die Bürste alle zwei Monate oder unmittelbar nach einer Erkältung austauschen.