Gesunde Zähne ein Leben lang – ein Traum, der inzwischen zum Greifen nahe ist. Die Zahnmedizin hat in den vergangen beiden Jahrzehnten unglaubliche Fortschritte erzielt, unter anderem auch in Bezug auf die Zahnpflege und das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Zahn- und Mundhygiene in den Köpfen der Patienten. Immerhin lebt gut die Hälfte der Grundschüler heute vollkommen zahngesund, das bedeutet, sie kennen weder Loch noch Füllung. Der Besuch beim Zahnarzt ist für sie ein freudiges Erlebnis und mit keinerlei Ängsten verbunden, die sie ein Leben lang verfolgen könnten.

Es liegt größtenteils in der Verantwortung der Eltern, den Kindern den Weg für eine derart günstige Entwicklung und in ein zahngesundes Leben zu ebnen: Die Weichen hierfür legen Sie sogar bereits während der Schwangerschaft und natürlich auch schon im Kleinkindalter Ihres Nachwuchses!

✔ Ist das Kind gerade mal zarte sechs bis neun Monate jung, so kündigt sich bereits der erste Zahndurchbruch an. Von nun an sollten die Milchzähne regelmäßig, gründlich und kindgerecht gepflegt werden.

✔ Der Fluoridgehalt der Kinderzahnpasta sollte für das Milchgebiss bei 0,05 % liegen.

✔ Zähneputzen muss zum Alltag gehören, also zum selbstverständlichen Bestandteil des gewöhnlichen Tagesverlaufs: Bis zum zweiten Lebensjahr genügt es, die Milchzähne einmal täglich zu reinigen, danach empfiehlt sich das Zähneputzen zweimal am Tag.

✔ Setzt der Zahnwechsel ein – dies geschieht ungefähr mit dem Eintritt des Kindes in die Grundschule – so sollten die Kinder unter Aufsicht mit einer Zahnpasta für bleibende Kinderzähne putzen. Der Fluoridgehalt liegt hier bei 0,15 %.

✔ Bringen Sie Ihrem Kind bereits bei der Reinigung der Milchzähne die sogenannte KAI-Methode nahe: KAI = Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen. Um sicherzustellen, dass wirklich jeder Schneidezahn, Eckzahn und Backenzahn geputzt ist, sollten Sie unbedingt immer nachputzen.

✔ Zucker ist ein sehr großes Risiko für jeden Zahn, denn Bakterien im Mund wandeln den Zucker hier in eine gefährliche Säure um, die den Zahnschmelz angreift und dauerhaft schädigt. Zucker versteckt sich allerdings nicht nur in den bekannten Süßigkeiten, sondern auch in gesüßten Früchte- bzw. Kräutertees und Säften. Darum immer auf das richtige Maß achten!

✔ Vereinbaren Sie regelmäßige Termine für die Früherkennungs-Untersuchungen bei einem Kinderzahnarzt. Diese Untersuchungen stehen Ihrem Nachwuchs per Gesetz zu, denn sie senken das Risiko von Zahnerkrankungen, Erkrankungen an der Zahnwurzel und natürlich auch am Zahnfleisch. Außerdem gewöhnen Sie das Kind so von Anfang an an regelmäßige Besuche beim Zahnarzt.

✔ Hat sich der Zahnwechsel vollzogen, so sollten Ihre Kinder zweimal jährlich an der Individualprophylaxe für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren teilnehmen. Hier wird auch verstärkt auf eventuell einschießende Weisheitszähne geachtet.

Übrigens: Wissen Sie schon, dass die ersten bleibenden Backenzähne heimlich, still und leise durchbrechen, wenn das Kind in etwa sechs bis acht Jahre jung ist? Dies erfolgt in der Regel beinahe unbemerkt, da sie sich an die Milchzahnreihe anschließen und kein Milchzahn dafür ausfallen muss. Gerade diese Backenzähne sind sehr gefährdet, denn sie können erst wirklich effektiv gereinigt werden, wenn sie komplett durchgebrochen sind. Darum nochmals unsere Empfehlung: Reinigen Sie die Zähne Ihrer Kinder bitte bis zum Ende des zweiten Schuljahres gründlich nach!

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